Die fünfzehnten Schweizerischen Migrationsrechtstage widmen sich unter dem Titel «Grenzen» der Umsetzung und den Weiterentwicklungen des Schengen-Besitzstands.

Datum: 29. August 2019 bis 30. August 2019
Zeit: 17.15 Uhr bis 17.15 Uhr
Ort: Universität Bern

Gerade die so genannte «Flüchtlingskrise» im Jahr 2015 hat dazu geführt, dass einerseits verschiedene Staaten Grenzkontrollen an den Binnengrenzen (im rechtlich vorgesehen Rahmen oder faktisch) wiedereingeführt und das Regime der Reisefreiheit arg strapaziert haben. Andererseits wird seither mit der Einführung oder Weiterentwicklung verschiedener Instrumente versucht, die Grenzkontrollen an den Aussengrenzen im Sinne eines «wirksamen Aussengrenzen-Managements» zu verstärken. Das System «Schengen» sieht sich zunehmendem Druck ausgesetzt und ist daher in einem Veränderungsprozess. Dies hat für die Schweiz als Schengen-assoziierter Staat faktische, rechtliche und politische Auswirkungen. Mit diesen möchte sich die Tagung beschäftigen, indem nach einer Einleitung durch den Vizedirektor im  Staatssekretariat für Migration (SEM), Vincenzo Mascioli, zwei Referate den aktuellen Stand des Regimes an den Binnen- und Aussengrenzen beleuchten. Aus aktuellem Anlass widmet sich ein drittes Hauptreferat dem Ringen um ein Institutionelles Abkommen der Schweiz mit der EU.

Drei parallele Workshop-Runden mit je 7 Workshops vertiefen den Schwerpunkt «Grenzen» oder befassen sich mit weiteren aktuellen Fragen des nationalen, europäischen und internationalen Ausländer- und Asylrechts und mit den Entwicklungen in der Rechtsprechung. Sie bieten Gelegenheit, sich im Gespräch mit PraktikerInnen des Migrationsrechts vertieft mit zentralen Themen zu befassen.

Die Tagung richtet sich an Rechtsanwender- und PraktikerInnen (kantonale und eidgenössische Verwaltung, Gerichte, Anwaltschaft, Beratungsstellen usw.) und bietet eine hervorragende Möglichkeit für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und über Kantonsgrenzen und Fachbereiche hinweg.

Die Migrationsrechtstage 2019 werden am Abend des 29. August mit einem Vortrag zu den Herausforderungen und zur äusserst schwierigen Situation angesichts von Flucht- und Migrationsbewegungen über das Mittelmeer eröffnet, ein Thema, das für die gesamte Europäische Migrationspolitik und besonders auch für die Schweiz von allergrösster Bedeutung ist. Die veranstaltenden Universitäten freuen sich sehr, Herrn Vincent Cochetel, den Sondergesandten des UNHCR für die Situation im zentralen Mittelmeer, als Redner gewonnen zu haben. Dieser Anlass steht auch einem breiteren Publikum offen (insbesondere EntscheidungsträgerInnen aus Politik und Verwaltung). Das Referat wird in Französisch gehalten, die Diskussion auf Deutsch und Französisch.

Flyer