Profil

Die Staatsanwaltschaft ist die zentrale Behörde der Strafverfolgung. Als «Herrin des Vorverfahrens» ist sie für die gleichmässige und rechtsstaatliche Durchsetzung des Strafrechts verantwortlich, führt Zwangsmassnahmen durch, amtet als Strafbefehlsrichterin, vertritt die Anklage vor Gericht oder stellt Verfahren ein, spricht also frei. Bei ihr laufen alle Fäden des Strafverfahrens zusammen, entsprechend hoch ist ihre Verantwortung; sie ist gleichsam die Schnittstelle zwischen Polizei und Justiz.

Die Aufgaben der Staatsanwaltschaft verändern sich zusehends und werden strafrechtlich und prozessual immer komplexer und anspruchsvoller. Die damit verbundene Verantwortung gegenüber allen Beteiligten und der Gesellschaft verlangt geradezu zwingend nach einer strengen, kontinuierlichen Aus- und Weiterbildung.

Die Initiative für die Aus- und Weiterbildung von Staatsanwältinnen und Staatsanwälten hat in der Schweiz vor über 20 Jahren begonnen, beruht also auf einer gewissen Tradition und wird heute unter anderem vom Verein Staatsanwaltsakademie, kurz Staatsanwaltsakademie (STAAK), sichergestellt. Auf der Grundlage einer Leistungsvereinbarung zwischen der Universität Luzern, der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und dem Verein Staatsanwaltsakademie bieten die Rechtswissenschaftliche Fakultät und die STAAK vier gemeinsame CAS an. Für die strukturierten und auf die Bedürfnisse der Strafverfolgung ausgerichteten Studiengänge werden anerkannte universitäre Abschlüsse verliehen. In diesem Rahmen wird auch ein CAS Forensische Psychiatrie und Psychologie angeboten. Die gemeinsamen Lehrgänge werden unter dem Titel «Staatsanwaltsakademie an der Universität Luzern» geführt.

Um die Aus- und Weiterbildung auf dem neuesten Stand zu halten, soll zu den Fragen der Staatsanwaltschaft auch gezielt reflektiert und geforscht werden – sei es zu rechtlichen oder zu fachübergreifenden Fragen wie Organisation, Führung, Einvernahme, Cyber usw., welche die Staatsanwaltschaften unmittelbar interessieren.

Der Verein Staatsanwaltsakademie betreibt eine ganz besondere Bildungsplattform. Verwurzelt in der Rechtswissenschaft und der Strafverfolgungspraxis, ist der Verein strikte auf Parität von Wissenschaft und Praxis ausgelegt.

Im Vordergrund der Lehrgänge steht das juristische Können. Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sollen durch die Vermittlung von wissenschaftsbasiertem, praxisbezogenem Wissen und Können in der kompetenten, effizienten und effektiven Aufklärung aller Arten von Straftaten unterstützt werden. Dieses Ziel wird sichergestellt durch die paritätische Organisation und durch die Auswahl der Dozierenden. Mit dem praktischen Arbeitsalltag vertraute Personen aus Universität, Staatsanwaltschaft, Justiz, Polizei, Strafvollzug, Kriminalistik, forensischer Psychiatrie und Psychologie, Rechtsmedizin, aber auch aus der Anwaltschaft und der Privatindustrie vermitteln ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Kriminalitätsvorbeugung und Kriminalitätsbekämpfung und erarbeiten gemeinsam mit den Studierenden Konzepte für eine effiziente und verfassungs- und gesetzeskonforme Bewältigung ihrer anspruchsvollen Aufgaben.