Von Träumen, Tempeln und Tränen – Zur Bedeutung buddhistischer Religiosität im Alltag thailändischer Heiratsmigrantinnen in der Schweiz

Gefördert durch den Schweizerischen Nationalfonds mit einem Betrag von 210'000 Franken

Projektlaufzeit: 3.5 Jahre

Projektleitung: Prof. Dr. Martin Baumann

Projektmitarbeiterin: Andrea Zimmermann, MA

Zusammenfassung

Heiratsmigrantinnen aus Thailand haben in der Schweiz mit vielfältigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Im Dissertationsprojekt wird insbesondere die Rolle von thai-buddhistischer Religiosität zur Bewältigung von Problemen im Alltag analysiert.

Inhalt und Ziel

Viele Frauen haben den Traum, durch eine Heirat mit einem Ausländer fernab der Heimat ein mehr oder weniger sorgloses Leben in Wohlstand zu führen. Deshalb lassen sich oft auch Thai-Frauen auf eine Eheschliessung mit einem Schweizer ein. Doch die zu Beginn sehr illusorischen Vorstellungen der Frauen vom Leben in der Schweiz haben letztlich meist nicht viel mit der ernüchternden Realität gemeinsam, welche sie hier tatsächlich vorfinden. Dass den Frauen die Bewältigung ihres Alltags in der Schweiz teilweise sehr zu schaffen macht, erwies sich in den bisher geführten narrativ-biographischen Interviews als zentrales Thema. Die Migrantinnen klagen über Eheprobleme, Einsamkeit und Unterbeschäftigung. Zudem zeigen erste Befunde, dass Thai-Frauen relativ isoliert leben und ausserhalb der Thai-Community kaum soziale Kontakte pflegen.

Neben der Erfassung der Lebensumstände von thailändischen Heiratsmigrantinnen in der Schweiz, ist es das Ziel des ethnographisch ausgerichteten Projektes, den Beitrag und die Bedeutung thai-buddhistischer Religiosität zur Bewältigung ihrer Lebenssituationen zu untersuchen. Es zeigte sich bisher, dass die thai-buddhistische Tradition den Frauen als wichtige Ressource dient, sich in ihrem Alltag in der Schweiz zurechtzufinden. Die Religionspraxis wie auch thai-buddhistische Institutionen sind für die Frauen wichtige Plattformen für Vergemeinschaftung und dienen auch bei persönlichen Problemen als Anlaufstelle.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Das Projekt leistet mittels qualitativer Interviews, teilnehmender Beobachtung und einer Netzwerkanalyse wie auch unter Berücksichtigung der Identitäts- und Transnationalismus-Theorie einen Beitrag zur Erforschung der Lebenswelt der Migrantinnen, ihren Perspektiven und der Bedeutung von thai-buddhistischer Religiosität in der Diaspora. Ferner soll das Projekt Aufschluss darüber liefern, wie sich die immigrierten Thai-Frauen innerhalb der Schweizer Gesellschaft verorten und welche Rolle der Religion dabei zukommt.